Labor Stangassinger, Dornbirn

Zusammenfassung

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnfleisches und somit des Zahnhaltapparates. Sie wird häufig durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die durch eine fehlende Behandlung Lockerung und Verlust von Zähnen und Implantaten hervorrufen können.

Parodontopathogene Markerkeimanalyse

Parodontitis, eine sukzessive voranschreitende Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium), kann zu einer irreversiblen Schädigung der beteiligten Knochen sowie zum Verlust der Zähne führen. Neben Faktoren wie genetischer Prädisposition (Interleukin Muster), Rauchen oder auch Stress, bestimmt die mikrobielle Flora die Entstehung sowie den Verlauf einer Parodontalerkrankung. Aggregatibacter actinomycetemcomitans beispielsweise ist ein seit langem bekannter Vertreter gram-negativer Bakterien, welcher mit Parodontitis assoziiert ist. Aufgrund seiner Fähigkeit, ein potentes Endotoxin (cytotoxisch für Leukozyten) und Depolymerasen zu bilden, wird ihm hier höchste Pathogenität zugeschrieben.

Die Parodontitis kann einen chronischen Verlauf, welcher schleichend voranschreitet und lange unbemerkt bleibt, sowie einen rascheren aggressiveren Verlauf nehmen, bei welchem es sehr rasch zu einem Gewebeverlust kommt.

Das klinische Bild sowie die Therapie von Parodontalerkrankungen werden durch die Zusammensetzung der sogenannten Subgingivalflora bestimmt. Wir bieten zwei verschiedene Analysepakete an, den Mico-Ident (Bestimmung von 5 Markerkeimen (Aa, Pg, Tf, Td und Pi) mit der höchsten Pathogenität) und den Micro-Ident plus (Bestimmung von allen 11 Markerkeimen). Mit der Untersuchung werden die Keime semiquantitativ molekularbiologisch analysiert. Aus dem Resultat wird eine auf den Patienten abgestimmte und von der Firma HAIN-Lifescience GmbH zur Verfügung gestellte, adjuvante Antibiotika-Therapieempfehlung generiert.

Die Therapie richtet sich nach der sogenannten „Komplextheorie“, bei der die verschiedenen Keime in definierten Komplexen auftreten. Hier können auch Keime, welche einzeln betrachtet harmlos sind, durch synergistische Effekte einen pathogenen Charakter annehmen.

Erfasste Spezies Komplex Pathogenität
Aggregatibacter actinomycetemcomitans (Aa) Aa-Komplex hochpathogen
Porphyromonas gingivalis (Pg) Roter Komplex hochpathogen
Tannerella forsythia (Tf) Roter Komplex hochpathogen
Treponema denticola (Td) Roter Komplex hochpathogen
Prevotella intermedia (Pi) Oranger Komplex erhöht
Parvimonas micra (Pm) Oranger Komplex erhöht
Fusocacterium nucleatum (Fn) Oranger Komplex erhöht
Campylobacter rectus (Cr) Orange-ass. Komplex moderat
Eubacterium nodatum (En) Orange-ass. Komplex moderat
Eikenella corrodens (Ec) Grüner Komplex moderat
Capnocythophaga sp. Grüner Komplex moderat

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Überprüfung des Behandlungserfolges und zur Früherkennung von Reinfektionen im Recall helfen das klinische Bild auch langfristig stabil zu halten. So ermöglicht eine diagnostisch fundierte Behandlung einen höheren therapeutischen Erfolg und folglich auch eine wachsende Zufriedenheit der Patienten.

Nachweis

Multiplex-PCR mit Biotin-markierten Primern sowie anschließender reverser Hybridisierung (reverser Dot-Blot)

Material

Abstrich der Zahntaschen (Entnahmesets werden kostenfrei zugestellt)

Analysezeit

Die Probe wird nach Eingang in unserem Labor binnen 1-2 Tagen analysiert.

Literatur

  1. www.micro-ident.de
  2. Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (DGZMK) und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP) (www.dgzmk.de)
  3. Zambon. J Clin Periodontol. 1985 Jan; 12 (1): 1-20
  4. Baehni et al. Infect Immun. 1979 Apr; 24 (1): 233-43