Labor Stangassinger, Dornbirn

Zusammenfassung

Eine Fehlregulation in der Eisenaufnahme (Hämochromatose) kann zu einer Akkumulation von Eisen in der Leber und somit zu schweren Schädigungen führen. Die Hämochromatose ist zu 90% genetisch in Mutationen des HFE-Gens bedingt.

Hämochromatoserisiko – Mutationen im HFE-Gen

Die Hämochromatose wird durch eine Fehlregulation der intestinalen Eisenabsorption bedingt, welche zu einer Eisenakkumulation in verschiedenen Organen insbesondere der Leber führt. Dadurch erhöht sich der Gesamtkörpereisengehalt von ca. 2-6 g auf bis zu 80g. Die Hämochromatose äußert sich am häufigsten mit einer Vergrößerung der Leber. Weiter wurden  Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Kardiomyopathien, veränderte Hautpigmentierung, Arthropathien als Langzeitsymptome beobachtet.

Die häufigste Form der Hämochromatose ist die erbliche (hereditäre) Hämochromatose. Dabei ist mindestens eines von den folgenden fünf Genen betroffen:

  • Typ 1: Gen für das hereditäte Hämochromatoseprotein (HFE)
  • Typ 2A: Hämojuvelin (HJV)
  • Typ 2B: Hepcidin (HAMP)
  • Typ 3: Transferrin-Rezeptor 2 (TFR2)
  • Typ 4: Ferroportin 1 (SLC11A3)

Bis auf den Typ 4 (autosomal dominant – auch heterozygote Personen betroffen) werden alle Mutationen autosomal rezessiv vererbt. Das heißt, dass es nur bei homozygot vererbte Merkmalsträgern oder Trägern von einer Mutation in beiden parentalen Allelen zur Ausprägung des Phänotyps kommt. In 90% der Hämochromatosefälle tritt eine oder mehrere Mutationen im HFE-Gen auf.

Das HFE-Gen ist häufig von Mutationen betroffen, die regional unterschiedlich verteilt sind. Die am häufigsten auftretende Mutation hier ist die Punktmutation C282Y. Diese kann auf ca. 4000 v. Chr. bei einem keltischen Stamm zurückverfolgt werden. Weiterhin sind die Mutationen H63D, S65C und E168X in verschiedenen Kombinationen zueinander aufgetreten.

Ein homozygotes Resultat bzw. ein Nachweis auf zwei Mutationen im HFE-Gen kann zur Bestätigung eines klinisch ausgeprägten Bildes bzw. zur Differentialdiagnostik herangezogen werden. Allerdings bildet etwa ein Drittel bis die Hälfte aller homozygoten Merkmalsträger keine klinische Eisenüberladung aus.

Nachweis

Multiplex-PCR mit Biotin-markierten Primern sowie anschließender reverser Hybridisierung (reverser Dot-Blot)

Material

EDTA-Blut oder trockener Wangenabstrich

Diese genetische Abklärung bedarf nach Gentechnikgesetz §69 einer vom Patienten bzw. seinem gesetzlichen Vormund unterzeichneten Einverständniserklärung.

Analysezeit

Die Probe wird nach Eingang binnen 1-2 Tagen analysiert.

Literatur

  1. Rossi & Jeffrey. Clin Biochem Rev. 2004; 25: 183-190
  2. Rombout-Sestrienkova et al. Br J Haematol. 2016 Dec; 175(5): 750-770
  3. Valenti & Pelusi. Hemodial Int. 2017; 21 Suppl 1:S47-S57
  4. Porter & Bhimji: Hemochromatosis. 2017, StatPearls Publishing LLC